B2.3 Unternehmens- und Personalmanagement â Prof. Dr. Carsten Gottert
Management kommt von ital. maneggiare = âein Pferd fĂŒhren, handhaben, lenkenâ bzw. lat. manus (Hand) + agere (fĂŒhren/handeln) â âan der Hand fĂŒhrenâ.
| Person | Beitrag | Kern |
|---|---|---|
| F. W. Taylor (1856â1915) | Scientific Management | Zeitstudien, Akkord, Trennung Planung/AusfĂŒhrung, Kontrolle |
| H. Ford (1864â1947) | Fordismus | FlieĂband, Standardisierung, hohe Mechanisierung, hohe Löhne |
| H. MĂŒnsterberg (1863â1916) | Industrielle Psychotechnik | âDen richtigen Mann an den richtigen Platzâ, Eignungstests |
| M. P. Follett (1868â1933) | Human Relations | Gruppendynamik, âlaw of situationsâ, soziales VerstĂ€ndnis |
âDie richtigen Dinge tunâ
âDie Dinge richtig tunâ
đĄ Merksatz R B K S V P â Resultate, Beitrag, Konzentration, StĂ€rken, Vertrauen, Positiv
â ïž Klausurrelevant SMART-Ziele sicher anwenden können!
| Dringend | Nicht dringend | |
|---|---|---|
| Wichtig | Sofort selbst erledigen (Krisen, NotfÀlle) | Terminieren & selbst machen (Strategie, Planung) |
| Nicht wichtig | Delegieren (Routine) | Liegen lassen (Zeitverschwendung) |
| Element | Frage | Funktion |
|---|---|---|
| Purpose (Zweck) | Warum gibt es uns? | Sinnstiftung, Daseinsberechtigung |
| Vision (Zielbild) | Wohin wollen wir in 5â10 Jahren? | Zieht & leitet, einladend |
| Mission (Auftrag) | Wie agieren wir tÀglich? | Treibt & leitet im Hier und Jetzt |
| Werte (Leitplanken) | WofĂŒr stehen wir? | Nicht verhandelbare Ăberzeugungen |
Strategie â Plan. Strategie beantwortet 5 Fragen:
Die Deutsche Bank ist eine Organisation.
Die Deutsche Bank hat eine Organisation.
Zwei Prinzipien zur Zerlegung von Aufgaben:
| Struktur | Beschreibung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Funktional | Nach Funktionen (Einkauf, Vertrieb, Produktion) | Klarheit, Spezialisierung | Silos, Abstimmungsprobleme |
| Divisional | Nach Produkten/Regionen (Sparten) | MarktnÀhe, Eigenverantwortung | Doppelarbeit, Ressourcenkonkurrenz |
| Matrix | Funktion Ă Division (zwei Hierarchien) | Flexibel, mehrere Perspektiven | Doppelunterstellung, Konflikte |
| Projekt | TemporÀr, zielgerichtet | Fokussiert, agil | Befristet, Unsicherheit nach Ende |
Motivation = emotionaler Prozess, der Verhalten aktiviert, beibehÀlt oder stoppt.
đĄ Kritik Kulturell abhĂ€ngig, nicht alle Menschen durchlaufen alle Stufen, keine harte Hierarchie.
Jede Nachricht hat 4 Botschaften gleichzeitig:
| Mir bekannt | Mir unbekannt | |
|---|---|---|
| Anderen bekannt | Ăffentliche Person (Freiraum) | Blinder Fleck |
| Anderen unbekannt | Geheimnis / Privatbereich | Unbewusstes / Unbekanntes |
Ziel: Freiraum vergröĂern durch Feedback & Selbsteinbringung.
| Aufgabe | Beschreibung |
|---|---|
| Personalplanung | Bedarfsermittlung: Personalbestand vs. -bedarf |
| Personalgewinnung | Recruiting, Active Sourcing |
| Personalauswahl | BewerbungsgesprÀch, Assessment Center |
| Personalentwicklung | Weiterbildung, Coaching, Karriereplanung |
| Personalbindung | Mitarbeiterzufriedenheit, Benefits |
| Personalfreisetzung | KĂŒndigung, Aufhebungsvertrag, Rente |
Fluktuationsrate = (AbgÀnge / durchschnittlicher Personalbestand) à 100
Arten: freiwillig (KĂŒndigung durch AN) vs. unfreiwillig (KĂŒndigung durch AG). Kontrollierbar vs. unkontrollierbar.
| Stil | Beschreibung |
|---|---|
| AutoritÀr | Entscheidungen von oben, wenig Mitsprache |
| Partizipativ | Team wird einbezogen, gemeinsame Entscheidungen |
| Kooperativ | FĂŒhrungskraft moderiert, Team entscheidet |
| Laissez-Faire | Maximale Freiheit, wenig Steuerung |
| Situativ | Stil wird an Situation & Reifegrad angepasst |
| Buchstabe | Bedeutung | Gegenstrategie |
|---|---|---|
| Volatility (VolatilitÀt) | Schnelle, unvorhersehbare VerÀnderungen | AgilitÀt, schnelle Anpassung |
| Uncertainty (Unsicherheit) | Vergangenheit keine Garantie fĂŒr Zukunft | VerstĂ€ndnis, Szenarien, Transparenz |
| Complexity (KomplexitÀt) | Viele vernetzte, schwer durchschaubare Faktoren | Vernetztes Denken, SystemverstÀndnis |
| Ambiguity (AmbiguitÀt/Mehrdeutigkeit) | Keine eindeutige Interpretation | Experimentieren, Ausprobieren |
Ambidextrie = FĂ€higkeit einer Organisation, Exploration (Neues entdecken, Innovation) und Exploitation (Bestehendes optimieren, Effizienz) gleichzeitig zu betreiben.
FĂŒhrung in einer digitalen, vernetzten Welt erfordert:
Change Management = systematische Begleitung von VerÀnderungsprozessen in Organisationen.
âNachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die BedĂŒrfnisse der Gegenwart erfĂŒllt, ohne die FĂ€higkeit zukĂŒnftiger Generationen zu beeintrĂ€chtigen, ihre eigenen BedĂŒrfnisse zu befriedigen.â
â Brundtland-Bericht (1987)
Informationssicherheit = Schutz von Informationen vor Verlust, VerfÀlschung, Diebstahl und unbefugtem Zugriff.
đ Klausurrelevant Diese Definitionen solltest du sicher ânennenâ und âbeschreibenâ können.
| Begriff | Definition (nach Vorlesung) |
|---|---|
| Management | âAn der Hand fĂŒhrenâ (lat. manus + agere). Kein Status, kein Privileg â Management ist ein Handwerk, das lernbar ist (Malik). |
| EffektivitĂ€t | âDie richtigen Dinge tunâ â Wirksamkeit in Bezug auf Ziele und Zweck der Organisation. |
| Effizienz | âDie Dinge richtig tunâ â Wirtschaftlicher Umgang mit Ressourcen. |
| GrundsĂ€tze wirksamer FĂŒhrung | Keine Tipps, sondern dauerhafte Regeln/Spielregeln guter FĂŒhrung (Malik): Resultatorientierung, Beitrag zum Ganzen, Konzentration auf Weniges, StĂ€rken nutzen, Vertrauen, Positiv denken. |
| Strategie (nach Martin) | Eine Strategie ist eine Reihe von aufeinander abgestimmten Entscheidungen, die bestimmen, wie eine Organisation gewinnen will. |
| Purpose | Daseinsberechtigung der Organisation. Sinnstiftender Zweck, der ĂŒber Gewinnmaximierung hinausgeht. |
| Vision | Konkretes, faszinierendes Bild einer erstrebenswerten Zukunft (5â10 Jahre). |
| Mission | Handlungsleitendes Versprechen: Wie arbeiten wir tÀglich, um die Vision zu erreichen? |
| SWOT | Strategic-Planning-Tool: Strengths, Weaknesses (intern), Opportunities, Threats (extern). |
| PESTEL | Makro-Umfeld-Analyse: Political, Economic, Social, Technological, Environmental, Legal. |
| Organisation (institutionell) | Ein System mit spezifischer Zweckorientierung, Arbeitsteilung und Grenzen (Mitglieder vs. Umwelt). |
| Organisation (instrumentell) | Die Struktur/Rahmenordnung eines Systems (Aufbauorganisation, Regeln, Prozesse). |
| Motivation | Emotionaler Prozess, der Verhalten aktiviert, beibehÀlt oder stoppt. Grundlage sind bewusste/unbewusste Motive. |
| BedĂŒrfnispyramide (Maslow) | Hierarchisches Modell menschlicher BedĂŒrfnisse: Physiologische â Sicherheit â Sozial â WertschĂ€tzung â Selbstverwirklichung. |
| Kommunikation (Watzlawick) | Man kann nicht nicht kommunizieren. Jede Kommunikation hat Inhalts- und Beziehungsaspekt. |
| Vier-Ohren-Modell (Schulz von Thun) | Jede Nachricht enthÀlt 4 Botschaften: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung, Appell. |
| Johari-Fenster | Feedback-Modell zur Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ziel: Freiraum vergröĂern. |
| Glass Ceiling | Unsichtbare, strukturelle Barrieren, die Frauen/Minderheiten am Aufstieg in FĂŒhrungspositionen hindern. |
| Konflikt | Aufeinandertreffen unvereinbarer Interessen, Ziele oder Werte. |
| Fluktuation | Abgang von Mitarbeitenden aus einem Unternehmen (freiwillig/unfreiwillig, kontrollierbar/nicht kontrollierbar). |
| VUCA | Akronym fĂŒr Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity â beschreibt eine turbulente Umwelt. |
| Ambidextrie | FĂ€higkeit einer Organisation, Exploration (Innovation) und Exploitation (Optimierung) gleichzeitig zu betreiben. |
| Change Management | Systematische Begleitung und Steuerung von VerÀnderungsprozessen in Organisationen. |
| Nachhaltigkeit (Brundtland) | Entwicklung, die BedĂŒrfnisse der Gegenwart erfĂŒllt, ohne die Möglichkeiten zukĂŒnftiger Generationen zu gefĂ€hrden. |
| Informationssicherheit | Schutz von Informationen vor Verlust, VerfÀlschung, Diebstahl und unbefugtem Zugriff. |
| NIS-2 | EU-Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit, betrifft ca. 29.000 Unternehmen in D. |
𧩠Klausur: Anwendung + Reflexion (55%) Modelle nicht nur nennen, sondern anwenden und kritisch reflektieren können!
| Modell | Kern | Anwendung in der Klausur |
|---|---|---|
| SMART-Ziele | Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Relevant, Terminiert | Ziele formulieren & bewerten |
| Eisenhower-Quadrat | Wichtig vs. Dringend â 4 Quadranten | Aufgaben priorisieren |
| 6 GrundsĂ€tze (Malik) | Resultat, Beitrag, Weniges, StĂ€rken, Vertrauen, Positiv | FĂŒhrungsverhalten analysieren |
| 5 Aufgaben wirk. FĂŒhrung (Malik) | Ziele, Organisieren, Entscheiden, Kontrollieren, Entwickeln | Aufgaben einer FK beschreiben |
| PurposeâVisionâMissionâWerte | Strategische Pyramide | Strategische Ausrichtung bewerten |
| 5 Fragen-Strategie (Martin) | Gewinnziel, Spielort, Gewinnart, FĂ€higkeiten, Systeme | Strategien analysieren |
| SWOT + PESTEL | Intern (S/W) + Extern (O/T) mit PESTEL fĂŒr Makro | Fallstudie: Unternehmenssituation analysieren |
| Organisationsbegriff | Institutionell vs. instrumentell | Unterscheiden & Beispiele nennen |
| Organisationsstrukturen | Funktional, Divisional, Matrix, Projekt | Vor-/Nachteile vergleichen |
| Maslowsche BedĂŒrfnispyramide | 5 Stufen der BedĂŒrfnisse | Motivationslage erklĂ€ren + Kritik |
| Watzlawick â 5 Axiome | Kommunikation ist allgegenwĂ€rtig, hat Inhalts- & Beziehungsaspekt | Kommunikationssituationen analysieren |
| Vier-Ohren-Modell (Schulz von Thun) | 4 Botschaften pro Nachricht | MissverstÀndnisse erklÀren |
| Johari-Fenster | 4 Felder der Selbst-/Fremdwahrnehmung | Feedback-Prozesse gestalten |
| FĂŒhrungsstile | AutoritĂ€r â partizipativ â situativ | Stile bewerten & zuordnen |
| Change-Phasen (Kotter) | 8 Stufen von Dringlichkeit bis Verankerung | Change-Prozess planen/analysieren |
| VUCA | 4 Dimensionen turbulenter Umwelt | Herausforderungen benennen & Gegenstrategien |
| Ambidextrie | Exploration + Exploitation gleichzeitig | Balance bewerten |
| Drei-SĂ€ulen-Modell Nachhaltigkeit | Ăkologie, Soziales, Wirtschaft | NachhaltigkeitsmaĂnahmen einordnen |
| Informationssicherheit | Technik + Mensch + Organisation | Security-Awareness-MaĂnahmen bewerten |
đĄ 20 Fragen aus allen 3 Blöcken Viel Erfolg! đ
â ïž Wichtige Infos aus LV14
Muster: Stichworte, keine SĂ€tze, exakt die geforderte Anzahl.
Bsp.: âNennen Sie zwei GrundsĂ€tze wirksamer FĂŒhrung nach Malik.â
â Resultatorientierung, StĂ€rken nutzen
Muster: Sachliche Darstellung von Eigenschaften/Merkmalen. Neutral, nicht bewerten.
Bsp.: âBeschreiben Sie den Unterschied zwischen EffektivitĂ€t und Effizienz.â
Muster: Sachverhalt beschreiben + Bedeutung/ZusammenhÀnge erklÀren. Was und Warum.
Bsp.: âErlĂ€utern Sie die Funktion des Purpose fĂŒr eine Organisation an einem Beispiel.â
| Block | Thema |
|---|---|
| Management | EffektivitĂ€t/Effizienz, Malik GrundsĂ€tze, Aufgaben wirksamer FĂŒhrung, SMART-Ziele, Purpose/Vision/Mission/Werte, Strategie-Begriff, SWOT + PESTEL |
| Organisation | Institutioneller vs. instrumenteller Begriff, Organisationsstrukturen (funktional/divisional/Matrix/Projekt), Rechtsformen, Regeln (Grenzen & SchwÀchen) |
| Personal | Personalbereiche/Aufgaben, Motivation (intrinsisch/extrinsisch, Maslow), Kommunikation (Watzlawick, Schulz von Thun), Konflikte & Konfliktmanagement, Glass Ceiling, Fluktuation, FĂŒhrungsstile, Entscheidungen |
| VUCA & Change | VUCA & Gegenstrategien, Ambidextrie, Digital Leadership, Change Management (Phasen, Beteiligte) |
| Nachhaltigkeit | Brundtland-Definition, Drei-SĂ€ulen-Modell, Nachhaltigkeit als Managementaufgabe |
| Informationssicherheit | NIS-2, ISO 27001, Faktor Mensch, Security Awareness, Ambidextrie in der Sicherheitskultur |
23.07.2026 · 09:45 Uhr · Raum TA A238 · 90 Minuten
âTu, was Du tun kannst; mit dem, was Du hast, und dort, wo Du bist.â
â Einer der 6 GrundsĂ€tze, frei nach Malik